Haldor von Höllen#teyn

Es wird gemunkelt, dass die verschollen geglaubte Schriftrolle mit den Aufzeichnungen zur Herkunft des Raubritterhauptmanns entdekt worden ist. Nun kann man davon ausgehen sie hier alsbald einsehen zu können.

Sarolf der Schwarze

Bauern fanden ihn bewusstlos auf einer Lichtung des Waldes am Fuße des Höllensteyns. Um ihn herum ein Blutbad. Man zählte die Körperteile von mindestens 3 berittenen, gut gerüsteten Söldnern. Es wird vermutet, dass diese ihn bereits seit langem durchs Land hetzten, bis es hier zum letzten Kampfe kam. Die aufrichtigen Bauern trugen ihn nebst seiner schwarzen Rüstung bis vor das Tor der Feste vom Höllensteyn. Als er dort nach fast 3 Wochen wieder zu sich kam, konnte er sich allein an seinen Vornamen „Sarolf“ erinnern. Deshalb und wegen seiner ganz und gar schwarzen Rüstung, die das Einzige war was ihm aus seinem bisherigen Leben blieb, nannte man ihn fortan „Sarolf der Schwarze“. Aus Dankbarkeit für die Obhut und Pflege die ihm der Burgherr angedeihen ließ und weil er recht schnell an dessen räuberischen Leben Gefallen fand, schloß sich Sarolf der Schwarze dem Treiben des Haldor von Höllensteyn an. Und so nahm alles seinen Lauf ...

Uriens der Ein#childner

Uriens der Einschildner ist mein Name, Sohn vom Münnhauser, der in der Zeyt um 1440 sein Unwesen als Strauchritter in unseren Gefilden trieb. Das Raubrittertum ist auch das Einzige was mir vererbt wurde, denn als Bastard eines solchen hat man mich ausgestossen. Vorher aber haben sie mich noch in den Krieg nach Kostantinopel geschickt, von dem ich wie die meisten von uns nur mit den Kleidern am Leib zurückgekehrt bin. Als man mir auch noch den verdienten Sold verwehrte, holte ich ihn mir auf meine Art. Seytdem bin ich geächtet und habe Unterschlupf bey meinen Freunden, Brüdern gar, den Heckenreitern vom Höllensteyn gefunden, wo ich nach langer Zeyt der Prüfungen einer der Ihren wurde.

Ur#us von Kühn

Ich wurde im Jahre 1451 a.D. als Sohn eines burgundischen Offiziers und einer Bürgerstochter in der Stadt Pontarlier in der Freigrafschaft Burgund geboren. Die Freigrafschaft Burgund regierte ab 1467 Karl der Kühne, welcher stets bestrebt war, sein Land zu erweitern, und somit fortwährend Fehden mit den Nachbarreichen austrug. Burgund zählte deshalb zu den größten, mächtigsten und gefürchtetsten Reichen. Mein Vater war Soldat aus Berufung und legte somit Wert darauf, mir von klein auf alles beizubringen, was man als guter Soldat in einer Schlacht können und wissen sollte.
Am 28. Februar 1476 nahm Burgund nach kurzer Belagerung das von Bern und Freiburg besetzte Städtchen Grandson ein und ließ die Besatzung von 412 Mann, die sich auf die Zusicherung freien Geleits ergeben hatte, an den Bäumen aufknüpfen. Die kurze Zeit der Belagerung hatte Bern genutzt, um ein grösseres Aufgebot zusammenzustellen und Karl dem Kühnen entgegen zu ziehen. Dabei mussten Karls Truppen eine Niederlage im Kampf gegen die bernisch-freiburgische Infanterie hinnehmen. Den Bernern und ihren Verbündeten gelang die Erbeutung von über 400 burgundischen Geschützen. Mangels Kavallerie konnten sie den Burgundern jedoch nicht nach- setzen, was Karl erlaubte, mit «nur» ca. 1000 Mann Verlusten aus dieser Schlacht herauszukommen. Leider fiel in dieser Schlacht auch mein Vater. Da Karl dies nicht auf sich sitzen lassen wollte, rief er alle waffenfähigen Männer auf, sich für eine weitere Schlacht zu versammeln, wobei sogar unerfahrene Bauern und Leibeigene mitziehen mussten. In der folgenden Schlacht gegen die Berner und Schweizer Eidgenossen mussten wir mit ansehen, wie die gegnerischen Geschütze und Arkebusen unsere Streitmacht in Fetzen riss und 10.000 Mann starben. Im Schlachtverlauf sah ich, wie drei schweizer Eidgenossen Karl den Kühnen bedrängten und ihn erstechen wollten, sprang hinzu und tötete sie. Auch aus dieser Schlacht mussten wir als Verlierer nach Hause zurückkehren.
Da ich Karls Leben gerettet hatte, schlug er mich am 12. Juli 1476 zum Ritter von Burgund und verlieh mir den Namen von Kühn. Zum einen, weil meine Handlung kühn war, und zum anderen weil der Titel von Karl dem Kühnen verliehen wurde. Eingehende Friedensangebote der Eidgenossen, schlug er die folgenden Monate aus gekränktem Stolz aus und wollte erneut ein Heer aus unschuldigen und unerfahrenen Volksleuten aufstellen. Ich riet ihm ab und weigerte mich, diese armen Leute ins Verderben zu führen. Darauf beschimpfte er mich als Verräter und wollte mich bis zu seiner Rückkehr in den Kerker werfen lassen um mich dann als Landesverräter hinzurichten. Mir gelang es die beiden Begleitsoldaten auf dem Weg in den Turm zu töten und ich floh.
Da ich mir in den Schlachten gegen die benachbarten Reiche bereits einen Namen gemacht hatte und man mich auch dort hingerichtet hätte, floh ich weiter nach Bayern und schloss mich im Herbst 1477 den Heckenreitern vom Höllensteyn an. Seither ziehe ich mit ihnen auf allerlei Raubzügen durch die Lande.

János der Ungar

Geboren als Sohn eines Lehnsherrn in den Weiten des ungarischen Westens, lehrte man János Tibor früh den Umgang mit der Waffe und die Sitten bei Hofe. Kein geringerer als der große Feldherr Pál Kinizsi selbst, nahm ihn als jungen Pagen unter seine Obhut und brachte ihm das Ritterhandwerk bei. Zahlreiche Jahre übte er sich im Lesen, Schreiben, Jagen und natürlich der Kunst des Kampfes zu Fuße, als auch zu Ross. 1477 wurde bei ihm der Ritterschlag vollzogen und fortan gehörte János Tibor der berüchtigten Schwarzen Legion „Fekete Sereg“ an, deren Heerführer zu dieser Zeit sein Herr und Lehrmeister Pál Kinizsi war. Unzählige blutige Schlachten wie die gegen Kaiser Friedrich III. in der Steiermark, die von 1479 am Brodfeld gegen die Türken, oder auch der Einmarsch in Wien, trugen dafür Sorge, dass das gefürchtete Söldnerheer der Fekete Sereg und somit auch der Name János Tibors weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden. Im Jahre 1494 verstarb jedoch der ungarische König Matthias Corvinus, welcher einst die Schwarze Legion ins Leben rief. Dieser wurde nun durch den schwachen und den adeligen Herrschern hörigen König, Vladislav II., ersetzt. Auf dessen Seite stellte sich leider auch János Ziehvater Pál Kanizsi. Durch dessen königlichen Auftrag, die Fekete Sereg zu zerschlagen wurden die einstigen Freunde nun zu erbitterten Feinden. János Burg Rezi fiel unter der Belagerung Pal Kinizsis und dessen ehrlosem Gefolge. Chancenlos gegen die Armee des neuen Königs anzufechten verließ er mit blutigem Schwerte und gemartertem Herzen das geliebte Ungarn. Gezwungen durch das ihm widerfahrene Unrecht und Elend begann er seine Raubzüge über die Alpen bis in deutsche Gefilde.In Wäldern wo Nebelschleier mannshoch den Boden bedecken, aus den Sümpfen und Mooren Schreie hallen, dort wo die reichen Händler die Rösser ihrer schweren Karren antreiben, da wo das Wort „Höllensteyner“ die Knie der Pfeffersäcke zum zittern bringt, dort fand er endlich Gleichgesinnte. Seit dieser Zeit fürchtet und achtet man ihn unter dem Namen János der Ungar, nun einer der Mannen der Heckenreiter vom Höllensteyn.

 

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